Wie kommt das Signal
beim Gateway an?
Entfernung, Gelände und Gebäude beeinflussen den Empfang. Die SMARTinfeld-Demo verbindet diese Einflüsse zu einer geschätzten Empfangsreserve.
Zur Funkplanung →1. Entfernung schwächt das Signal
Die Freiraumdämpfung beschreibt den Verlust auf einer freien Funkstrecke. Bei gleicher Frequenz bedeutet eine Verdopplung der Entfernung etwa 6 dB mehr Dämpfung. Das Modell rechnet mit 868 MHz.
2. Hindernisse verändern den Funkweg
Funkwellen können auch hinter einer Dachkante oder Geländekuppe ankommen. Diese Beugung kostet zusätzliche Signalstärke. Entscheidend ist, wie weit ein Hindernis in den Funkweg hineinragt und wie weit es von Sender und Empfänger entfernt ist.
Die Demo tastet Gelände und Dächer ab und schätzt die Beugungsverluste an dominierenden Kanten. Die Einzelkantenformel stammt aus ITU-R P.526. Mehrere Kanten werden in einer begrenzten Näherung berücksichtigt; die vollständige ITU-Empfehlung wird nicht implementiert.
3. Die Reserve entscheidet
Zum Empfangspegel tragen Sendeleistung und Antennengewinn bei. Kabel-, Strecken- und Hindernisverluste werden abgezogen. Die verbleibende Reserve berücksichtigt zusätzlich die Empfangsempfindlichkeit und einen einstellbaren Planungspuffer.
Beispiel: −115 dBm Empfangspegel, −130 dBm Empfindlichkeit und 10 dB Planungspuffer ergeben 5 dB Reserve. Mit einer zusätzlichen Indoor-Annahme von 15 dB bleiben −10 dB: Der Punkt erreicht dann die gewählte Schwelle nicht.
Was folgt daraus?
Ein höherer Standort kann Abschattung reduzieren. Mehr Gateways können zusätzliche Flächen oder einen zweiten Empfangsweg erschließen. Mehr Antennengewinn verbessert im vereinfachten Modell die Reserve; reale Antennen können bestimmte Höhenwinkel jedoch deutlich schlechter versorgen.
Die Anzeige ist eine Prognose. Messungen vor Ort bleiben nötig, um die Modellannahmen zu prüfen.
Das SMARTinfeld-Berechnungsmodell im Detail →Die fachliche Originalquelle
ITU-R P.526 „Propagation by diffraction“ beschreibt Verfahren zur Berechnung von Beugungsverlusten. Für unsere Einzelkantenformel dient die Ausgabe P.526-16, Abschnitt 4.1, als Grundlage. Die Originalquelle enthält die Herleitung und weitere Verfahren.
ITU-R P.526-16: Originalquelle mit PDF-Download (Englisch) ↗
Für Kommunen